viele Lösungen....

Generell sind Überstunden nicht in Ordnung. Das will ich mal als meine Meinung hier in den Raum stellen.

Wenn ich aber schon Überstunden mache, dann müssen wir sie so vergüten, dass auch andere etwas davon haben.

Werden Überstunden unter der Hand - also schwarz (bar auf die Kralle) ausgezahlt, kommen sie nur dem Arbeitgeber und dem betroffenen Arbeitnehmer zugute. Gelte ich die Überstunden allerdings in Freizeit ab, entstehen Arbeitslücken, die es möglicherweise zu besetzen gilt. Das wäre ja schon mal ein Vorteil.

Jetzt kann man das händeln, in dem ich heute zwei Stunden länger arbeite und morgen dafür zwei Stunden später anfange oder zwei Stunden früher aufhöre. Sind es aber jeden Tag zwei Stunden, bleibe ich am Freitag ganz zu Hause. So ungefähr könnte man sich das ja vorstellen. Dann muss allerdings dieser Freitag von einem neuen Mitarbeiter besetzt werden.

Wenn ich jetzt aber meine Überstunden nicht mehr abfeiere sondern diese aufspare bis ich in Rente gehe. Könnte ich möglicherweise 1 Monat, vielleicht auch 5 Monate oder vielleicht ja sogar auch 1 oder 2 Jahre früher gehen. Für diese Zeit, die ich früher aus dem Betrieb ausscheide, muss ich natürlich wieder jemanden einstellen. Und so schließt sich der Kreis. Je öfter ich also Überstunden mache und je schneller ich dadurch aus dem Betrieb ausscheide, desto schneller können wieder neue Arbeitnehmer eingestellt werden.

Es ist also nicht so, dass nur wegen eines Langzeitarbeitskontos keine Leute mehr eingestellt werden.

Ein anderer Punkt ist, wie verwalte ich die geleisteten Überstunden.

Ich könnte mir jede Überstunde auszahlen lassen und sie gewinnbringend anlegen - wenn das überhaupt noch geht. Von diesem Geld, was ich dann angespart habe, kann ich dann eine bestimmte Zeit leben, wenn ich früher aus dem Arbeitsleben ausscheide. Das ist doch der Hintergrund von Langzeitarbeitskonten.

Die Frage ist doch nur..... wer legt dieses Geld für mich an? Mache ich das selbst oder lasse ich das jemanden anderen machen. Lasse ich das die Firma machen oder lasse ich das den Staat machen.

Ich persönlich bin dafür, dass die Firma mein Geld insolvenzversichert anlegt. Dieses Konto kann ich dann auch zu meinem nächsten Arbeitgeber mitnehmen. Und dann kann der dort auch einzahlen. Ab und zu lasse ich mir dann einen Kontoauszug geben und dann kann ich das Geld durch meinen Nettostundenlohn teilen und dann weiß ich, wieviel Stunden ich schon früher gehen kann. Weitere Rechnungen bleiben jedem selbst überlassen.

Habe ich zum Beispiel 10.000 Euro angespart, und ich habe einen Nettostundenlohn von rund 11 Euro, dann teile ich die 10.000 / 11 = 909 Stunden. Also rund 909 Stunden kann ich früher aufhören. Habe ich immer einen 7,5 Std.-Tag gehabt, teile ich die 909 durch 7,5. 909 / 7,5 = 121 Tage. Und wenn ich dann weiß, dass jeder Monat rund 20 bis 22 Arbeitstage hat, teile ich diese Summe nochmal durch 21 und dann habe ich die Monate. 121 / 21 = 5,76 Monate.

Wenn man diese Zahlen sieht, kommt man ganz schnell wieder auf den Teppich.

Das sind natürlich alles keine genauen Zahlen. Aber ein guter Überschlag ist es schon.

Es bleibt dabei.... das Beste ist, wenn man erst gar keine Überstunden macht. Das Zweitbeste ist, wenn man sie anschließend gleich abfeiert und die drittbeste Lösung ist, wenn man sie anspart.

Die schlechteste Lösung ist, wenn man sich die Knete bar auf die Hand auszahlen lässt.